Fairbanks und die Nordlichtsuche
Den Morgen liessen wir gemütlich angehen, Zmorge haben wir unterdessen einen Vorrat im Haus. Draussen nieselte es, die Temperaturen lagen so um die fünf Grad, also kein Grund für hektisches Handeln.
Nachdem ich den Blog von gestern fertiggestellt hatte, führte unser erster Weg erneut zum Bahnhof von Fairbanks. Noch immer völlig im Rausch der gestrigen Bahnfahrt räumten wir den Souvenirladen fast komplett aus. Und da die Kreditkarten nun eh schon glühten, folgte sogleich der Gang in den lokalen REI-Laden – praktisch ein amerikanischer Transa und wohl auch das Vorbild für letzteren.
Um magentechnisch die für am Nachmittag geplante, äusserst anspruchsvolle Wanderung gerüstet zu sein, folgte der Gang zum Pizzaiolo gleich um die Ecke vom REI-Store. Nette Leute, sauberes Lokal, sehr feine Pizza, günstig – kurz: Prädikat „Empfehlenswert“.


Vor zweieinhalb Jahren erhielten Pipo und ich den Tipp, dass sich der Wickersham Dome sehr gut für die Nordlicht-Fotografie eigne. Diesen besuchten wir jedoch nie, weshalb die Region heute auf dem Programm stand. Also auf in den Norden. Der Dome selber war nicht das Ziel, der wäre mit fünfeinhalb Kilometern zwar ein Wanderdestination. Allerdings für mich ausser Rang und Traktanden, um dort Nordlichter zu fotografieren. Es gibt auf dem Weg dorthin einen vorgelagerten Hügel, der auf der Karte vielversprechend aussah…









Die Reko-Tour lohnte sich. Zwar hatten wir aufgrund tiefhängender Wolken keine Sicht, doch der Platz schien aufgrund Baumlosigkeit sehr geeignet. Und war nur eine halbe Wanderstunde vom Auto entfernt. Dies wäre somit eine durchaus valable Option für nächste Nacht.
Wir sattelten unser motorisiertes Ross, um damit den Rückweg nach Fairbanks anzutreten. Nicht auf direktem Weg, denn dazwischen gab es zwei Orte, welche neu beziehungsweise wieder entdeckt werden wollten. Zuerst besuchten wir das Borealis Basecamp, wo man für den Startpreis von rund 1000 US$ (geht hoch bis 3000!) pro Nacht in einem futuristischen Iglu mit Glasdach übernachten kann. Nix für unser Budget, aber spannend mal zu sehen.






Weiter führte uns die Fahrt zum Olnes Pond. An diesem kleinen See entstanden im Februar 2024 einige meiner damaligen Nordlichtfotos. Der See präsentierte sich heute spiegelglatt und schon wussten Maya und ich, wo wir die nächste Nacht verbringen werden.











Die Tagesmission war erfüllt, wir waren zurück in Fairbanks, wo sich die Sonne immer häufiger zeigte. Es deutete darauf hin, dass sich die Wetterprognosen erfüllen könnten, welche für nächste Nacht einige Löcher in der Wolkendecke ankündigten. Um uns für die Nacht vorzubereiten, verköstigten wir uns in Fairbanks wohl angesagtestem Restaurant: The Pump House Restaurant & Saloon







Mit ganz leicht überladenem Magen kehrten wir „nach Hause“ zurück, um uns für zwei Stunden hinzulegen. Der Wecker um 23 Uhr war erst etwas unangenehm, doch der Blick gen Himmel liess die Lebensgeister sofort erwachen. Die Wolken waren – wenn auch nicht komplett – so aber immerhin stark in der Minderzahl gegenüber den Sternen. Wir packten uns warm ein, bestiegen unseren in Tarnfarben gekleideten Toyota und entschwanden in Richtung Norden. Ziel war wie oben geschrieben der Olnes Pond, rund 30 Autominuten entfernt.






Den Vollhorst, welcher mit dem Auto den See umrundete, wünschte ich ins Pfefferland. Ich muss allerdings zugeben, dass ein Foto aus meiner Serie dank des Autoscheinwerfers noch ganz gut kam. Insgesamt waren Maya und ich höchst zufrieden mit dem Ergebnis. Die Wolken schoben bereits eine Stunde nach unserer Ankunft wieder rein, ein paar Tropfen Regen kamen hinzu. So entschieden wir uns für den Heimweg, um dort angekommen um 02:30 Uhr ins Bett zu fallen.
