Herbstliches Alaska – Tag 22

Ein Weiss-nicht-mehr-wieviel-Ender

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Nordlicht-Rekotour, Rentier Ranch und Aurorasichtung

Es herbstelte wieder heute Morgen. Die Wolkendecke über uns hing grau und tief, doch es war trocken. Während der Nacht regnete es, die nassen Strassen zeugten davon. Wir hatten bis um 14 Uhr keine genauen Pläne. Also klapperten wir zwei mir noch unbekannte Standorte ab, die sich potentiell für Nordlichtfotografie eignen könnten.

Die Fahrt zum Cleary Summit und noch etwas darüber hinaus erfolgte auf dem Steese Highway (Hwy 6), welcher bis in 200 Kilometer entfernte Circle führt. Die Zeit für diesen kleinen Ausflug fehlte uns, wir drehten bereits bei der bereits geschlossenen Chatanika Lodge um.

Die Fahrt zurück in die Stadt half mit, ein mir bisher ungelöstes Rätsel zu lösen. Achtung, das Folgende geht wieder unter Kategorie „unnützes Wissen, welches einen im Leben nicht weiterbringt“. Doch ich schlafe zukünftig besser. Die riesigen Trucks, welche vollbeladen in Richtung Norden und leer nach Süden im geschätzt 20-Minuten-Takt (7x24h!), fielen mir bereits bei der letzten Reise auf. Jetzt entdeckte ich deren Destination: Fort Knox Mine gleich hier beim Cleary Summit. Und mit diesen Daten fütterte ich die Google KI, welche mir prompt eine sinngebende Antwort lieferte. Für Interessierte hier die Antwort (was niemand sein wird 😉 )

Auf der Fahrt zu unserem nachmittäglichen Rendez-vous kamen wir „ganz zufällig“ beim House of Fire vorbei, um ein kleines Häppchen zu essen. Das überschwängliche Lob vom letzten Besuch musste ich leider etwas herunterstufen. Wir warteten ganze 30 Minuten auf unsere Pizza. Da wir nicht im Stress waren, nahmen wir es locker und nutzten die Zeit, um den drei Mitarbeitern fasziniert beim geschäftigen Irgendwas-aber-nichts-Zielführendem-Tun zuzuschauen.

Dank genügend Zeitreserven erreichten wir überpünktlich den Ort unseres nächsten Programmpunktes: die Running Reindeer Ranch. Maya entdeckte bei ihren Recherchen, dass hier ein Rentier-Spaziergang angeboten wird. Das hörte sich spannend an, also mal hin und gucken. Wir kleideten uns entsprechend ein, sprich nicht allzu warm in Erwartung eines längeren Spaziergangs. Falsche Entscheidung! Von den zweieinhalb Stunden, welche die Veranstaltung dauerte, waren wir maximal 15 Minuten in Bewegung. Meine Garmin-Uhr, erwartungsvoll auf „Wandern“ eingestellt, fragte mich danach, ob ich eigentlich noch alle Tassen im Schrank hätte.

Schlussbetrachtungen: es war interessant, der Jööö-Faktor war durchaus vorhanden, der Informationen und Hintergrundgeschichten allerdings etwas viel. Wir haben es gesehen und etwas an der frischen Luft waren wir auch. Passt!

Ziemlich durchgefroren und froh, im Auto wieder auf Betriebstemperatur zu kommen, steuerten wir das Lokal unserer heutigen Wahl an. Halt machten wir beim Pike’s Landing, das direkt am Chena River liegt. Eine gepflegte Anlage mit Hotel, selbsterklärend auch Restaurant und… einem Rentier-Gehege!

Auf der Heimfahrt legten wir – quasi als Abschiedszeremonie – einen Halt in Fairbanks Zentrum ein. Der Abend zeigte sich sehr freundlich, die bald untergehende Sonne tauchte die Szenerie in schönes Licht. Beim kurzen Spaziergang im Park entlang des Chena River entdeckten wir den Moose Antler Arch und darauf rumturndend ein vorwitziges Eichhörnchen.

Die Wetter- und Nordlichtprognosen für heute Nacht waren mässig. Wie auf den Fotos der Wandmalereien zu sehen, zeigten sich um 19 Uhr kaum Wolken. Das liess hoffen, auch wenn die Wetterfrösche für die Nacht eine geschlossene Wolkendecke prophezeiten. Wir versuchten es trotzdem und setzten Kurs auf den Murphy Dome.

Dieser Standort war mir zwar bekannt, hatte ihn allerdings noch nie besucht. Eine Zufallsbekanntschaft mit einem belgischen Ehepaar heute Nachmittag beim Pike’s Landing veranlasste mich, diesen Ort zu wählen. Die beiden Nordlichtjäger waren nachmittags oben und erklärten, dass die Anfahrt ohne Probleme sei und die Aussicht wohl toll müsse (sie standen wie wir am Morgen auch im Nebel).

Oben angekommen, trafen wir die beiden tatsächlich wieder an. Der Ort wäre tatsächlich sehr geeignet, doch bei zwar dünner aber geschlossener Wolkendecke nützt halt alles nichts. Spannend fand ich, dass selbst um 23 Uhr noch ganz wenig Abenddämmerung vorhanden war. Kaum zu glauben, dass hier in drei Monaten zwischen Sonnenauf- und -untergang keine vier Stunden vergehen werden.

Wir versuchten es, doch das Wetter wollte nicht mitspielen. So traten wir die 40-minütige Rückfahrt an und exakt um Mitternacht war Lichterlöschen.

Link zu unserer Reisekarte

2 Comments

  1. Eichhörnchen gehen tatsächlich immer. Die sind aber auch sehr niedlich.
    Rosie (meine Namesvetterin: Rosa mein zweiter Vorname) gefällt uns aber auch sehr gut.
    Mit eurer Baumrindenkollektion könnt ihr einen Kalender machen. Sicher kommt ein solches Bild auf eure Neujahrskarte.
    Die Wandmalereien in Fairbanks sind auch sehr originell.

    Liebe Grüsse aus dem spätsommerlichen Olten
    Ursi und Hugo

    • Liebe Grüsse zurück in die Schweiz, wo der Sonnenschein gar nicht mehr enden will☀️😎☀️

Ich freue mich stets über eure Kommentare, lobenden Worte, Fragen und natürlich auch Kritik (welche ich umgehend löschen werde ;-) ).

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