Ein Tag im Denali National Park
Einmal mehr holte uns der Wecker früh aus den Federn. Das Rendezvous mit dem Denali Transit Bus war nämlich auf 7 Uhr angesetzt. Also um 5 Uhr raus den Federn, 30 Minuten später am Frühstücksbuffet in unserem Hotel.



Qualitativ zwar nicht überzeugend, doch zumindest mit gut gefüllten Magen starteten wir in den Tag. Geplant war die Fahrt mit dem Transit Bus hinein in der Denali National Park. Bis zur Meile 15 darf man noch mit dem privaten Fahrzeug hineinfahren. Danach dann sind nur noch Busse und teilweise Camper erlaubt. An Bussen gibt es zwei verschiedene Angebote: einmal die Touren, welche mit Guide und einer festen Route unterwegs sind. Wir entschieden uns dagegen für den Transit Bus, welcher als Shuttlebus in den Park fungiert.



Die Fahrt bis zu unserem Endziel bei der Fork River Bridge war trotz der zweieinhalbstündigen Fahrt kurzweilig. Unsere Busfahrerin Sandy erklärte uns während der gesamten Reisedauer praktisch ununterbrochen Interessantes rund um den Park. Also ganz anders, als ich das aufgrund des gebuchten Transit Bus erwartet hätte. Die beste Sicht auf den Denali bot sich bereits nach knapp einer halben Stunde Fahrt bei Meile 13.
Unterwegs stiegen bei Campgrounds weitere Passagiere zu, so dass unser Bus bis auf den letzten Platz besetzt war. Wir Mitfahrer hatten die Aufgabe, nach Tieren Ausschau zu halten und laut „Stopp“ zu rufen, wenn sich was Sehenswertes zeigte. Wir hielten daher regelmässig an, weil irgendjemand irgendetwas gesehen haben wollte. Worauf dann die gesamte Busladung kollektiv mal links, mal rechts mit Argusaugen (und ganz viel Highend-Optik) durch die schmalen Busfenster lugten. Ein Schauspiel der Sonderklasse! (Ja Hebi, es waren erwartungsgemäss auch Prototypen dabei)








Aufgrund eines Erdrutsches, welcher im Jahr 2021 die Strasse bei Meile 45 wegriss (Pretty Rock Landslide), ist seither bei der East Fork Bridge Schluss mit Bus. Die neu erstellte Brücke beim Pretty Rock wurde zwar vor einer Woche eingeweiht. Die Tourbusse allerdings werden erst nächste Saison wieder bis ans Ende des befahrbaren Teils des Parks fahren. Die Möglichkeit, die brandneue Brücke zu Fuss zu begehen, liessen wir uns selbstverständlich nicht entgehen. Also wanderten wir die gut drei Kilometer entlang der Strasse bis zur Meile 45.








Grosses Getier liess sich leider nicht blicken. Dafür entdeckten wir auf dem Rückweg zur Meile 43 unter anderem die Ptarmigans (Alpenschneehühner). Die knuffigen Vögel waren fast spannender anzuhören (Beispiel hier) als anzusehen.








Die Rückfahrt bis zum Bus Depot zog sich in die Länge. Irgendwie erschien mir die Fahrt doppelt so lang wie noch morgens. Immerhin erhaschten wir nochmals einen Blick auf eine Grizzly-Mom mit ihrem Nachwuchs.





Um halb fünf erreichten wir schliesslich das Bus Depot. Der Hunger meldete sich mit Nachdruck und so verschoben wir zurück ins Touristenmekka. Mekka ist überhaupt ein gutes Stichwort. Ich habe allgemein den Eindruck, dass jeder US-Amerikaner einmal in seinem Leben den Denali gesehen haben muss, um als guter Bürger aus dem Leben scheiden zu können. Hier wird ein derartiger Zirkus aufgeführt, dass ich nur noch staunen kann. Aber hey, ich bin ja auch hier… also: Schnauze tief!





Der Rundgang in der Anlage der Denali Princess Wilderness Lodge führte uns heute auch in den Weihnachtsladen, welcher die gesamte Saison von Mai bis September geöffnet hat. Verrückte Welt und doch irgendwie passend. Für uns Zeit, um Feierabend zu machen.
