Vollmondabend und stählerne Hornissen

...schlussendlich noch mit rotem Kollisionswarnlicht

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Das prächtige Wetter kombiniert mit einer Vollmondnacht und Schneelandschaft wären schon für sich allein gute Gründe, um dem Berner Oberland einen fotografischen Besuch abzustatten. Ich allerdings hatte noch einen – für mich – weit wichtigeren Grund: in den Wintermonaten findet jeweils auf dem Armee-Flugplatz Unterbach bei Meiringen am Montag oder Dienstag das Nachtflugtraining der Schweizer Luftwaffe statt. Kombiniert mit den anfangs erwähnten äusseren Begleiterscheinungen war es somit allerhöchste Zeit, diesen lange gehegten Plan endlich einmal in die Tat umzusetzen.

Dank freundlicher, telefonischer Auskunft wusste ich, dass heute Dienstag tatsächlich Flugbetrieb bis am Abend auf dem Programm stand. Die erste „Abflugwelle“ war für 18:10 Uhr angesagt, die zweite um 20:30 Uhr. Und damit ich bei Tageslicht meine etwas eingerosteten Fertigkeiten mit dem Fotoapparat etwas auffrischen konnte, nahm ich auch gleich die nachmittäglichen Starts um 15:40 Uhr mit.

Die vier Hornets starteten auf die Minute genau und im Tal kehrte wieder Ruhe ein. Normalerweise sind die Vögel rund 45 bis 60 Minuten in der Luft, ehe sie wieder zurück im Haslital sind und zur Landung ansetzen. Damit die Zeit bis dahin nicht allzu langweilig wurde, schickte die Luftwaffe zur „Unterhaltung“ noch kurz einen einsamen Tiger vorbei, der zwei „Touch-and-Go„-Manöver vollführte und danach zum wohlverdienten Feierabend entschwand.

Nach dieser kleinen Auflockerung stand schon bald die Landung der vier zuvor gestarteten F/A-18 an. Beim Auto traf ich auf den einzigen heute Nachmittag anwesenden Flugzeug-Spotter, der sich ebenfalls den kühlen, auffrischenden Wind antat und draussen der Dinge harrte, die da auf uns warteten. Es stellte sich heraus, dass ich mit Ruedi auf einen excellenten Kenner der Luftwaffe im Allgemeinen und speziell auch die Örtlichkeiten hier rund um den Flugplatz traf. Er versorgte mich sogleich mit viel Wissenswertem und zeigte mir einen tollen Standort für die Landung (und für die abendlichen Starts). Ruedi verabschiedete sich danach von mir, da er bereits die vergangenen zwei Wochen praktisch jeden Abend hier war. Denn – und das muss ich mir für nächstes Jahr merken – in den ersten beiden Januarwochen ist bei geeigneten Bedingungen hier in Unterbach allabendlich Beschallungsprogramm.

Mit der Landung der vier Hornets „landete“ auch die Sonne langsam hinter dem Horizont. Dies war zumindest meine Vermutung, denn gesehen habe ich sie hier hinten – eingeklemmt zwischen hohen Bergflanken – nie. Was meine Theorie allerdings stark stützte, war die über dem Tal einbrechende Dunkelheit. Ob das wohl was werden würde mit dem Fotografieren? Die Antwort sollte schon bald gegeben werden…

Die nächtliche Szenerie im Haslital
Die beiden ersten Hornets rollen heran
Präsentation, einmal mit Landescheinwerfer…
…einmal ohne und…
…schlussendlich noch mit rotem Kollisionswarnlicht
Startbereit
Die zweite Maschine folgt
Die roten „Blinkis“ machen Freude! 🙂
Auf dem Weg zur Piste 10
Etwas verwackelt, aber eines der Nachbrenner-Fotos muss ich einfach präsentieren

Insgesamt vier Hornets sorgten bei dieser ersten Abflugwelle für eine furiose Soundkulisse und die Triebwerke zauberten ein herzerwärmendes Nachbrenner-Feuerwerk in den Nachthimmel. Solche Momente sind es, die mir das Zahlen meiner Bundessteuer zumindest ein wenig leichter machen.

Leider quittierte der Autofokus meiner Kamera im dümmsten Moment den Dienst. Sämtliche Fotos der feuerspeienden Triebwerke sind aufgrund Unschärfe für den Eimer. Ob der Grund dafür die Kameratechnik oder doch eher beim Fotografen zu suchen sind, ist noch immer in Abklärung… 🙂

Die knappe Stunde Wartezeit bis zur Rückkehr der Flieger verbrachte ich im – dank Standheizung – wohlig warmen Auto und verspeiste mein mitgebrachtes Nachtessen. Frisch gestärkt erwartete ich danach bei nochmals kühleren Aussentemperaturen und eisigem Wind die stählernen Hornissen.

Stimmungsbild vor der Landung

Nun wartete noch der letzte Akt der heutigen Vorführung auf mich. Den Start um 20:30 Uhr wollte ich vor dem Heimfahren noch mitnehmen, die Landung war mir dann allerdings doch zu spät. Ich wählte einen etwas anderen Standort als bei den vorherigen Starts und hoffte auf ein scharfes Nachbrenner-Foto.

Das „Gelbe Wägeli“, mit welchem vor den Starts eine Kontrollfahrt…
…der Piste durchgeführt wird, während hinten schon die Flieger anrollen

Die Triebwerke laufen hoch und ganz schüchtern beginnt das Nachbrenner-Leuchten

Mit diesem letzten Bild von der Hornet, die in den Vollmond-erleuchteten Nachthimmel steigt, verabschiedete ich mich aus dem Haslital und trat den Heimweg an. Zwar noch nicht ganz überzeugt von den Fotos, die ich während des Abends in der Kamera sichtete. Allerdings stellte ich am nächsten Tag beim Betrachten derselben mit grosser Freude fest, dass die Ausbeute durchaus zu begeistern vermag. Fotografisch bewegt man sich so ziemlich am Limit, denn die Lichtverhältnisse sind – ja wen wunderts um diese Uhrzeit?!? – sehr dürftig. Umso mehr freue ich mich über die Ergebnisse und bedanke mich an dieser Stelle nochmals herzlich bei Ruedi für seine wertvollen Tipps! 🙂

8 Kommentar

  1. Hoi Erich
    Super Bilder! Du hast die Flieger sehr stimmungsvoll eingefangen, Gratulation!
    Gruess Martin

  2. Hallo Erich Grossartige Aufnahmen sind dir auch in dieser eiskalten Vollmondnacht gelungen! – Gratuliere! Mit eme liebe Gruess Peter

Ich freue mich stets über eure Kommentare, lobenden Worte, Fragen und natürlich auch Kritik (welche ich umgehend löschen werde ;-) ).

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