Hochtourenwoche 2020 – Tag 5 Mondnacht auf Diavolezza, Gipfelerfolg und Heimreise

Piz Palü (mitte) mit Ostgipfel (links) und Piz Spinas (rechts)

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Statt „Tag 5“ müsste ich eher „Nacht 4“ schreiben, denn zu allzu viel Schlaf kam ich nicht. Der Abend des gestrigen Tages sowie die Nacht waren aber dermassen überwältigend, dass Entzugserscheinungen schon gar nicht erst auftauchten. Meine fotografische Nacht gestaltete sich dreiteilig. Teil 1 war die Zeit bis 22:30 Uhr, wo ich allerdings nur ein Foto zu präsentieren habe:

Dank (Fast-)Vollmond viel Licht

Die Wetterprognosen sagten mir, dass sich bis ca. 2 Uhr morgens die Wolken verziehen sollten. Da ich noch einige davon festhalten wollte, stellte ich den Wecker auf 00:30 Uhr. Mit derartiger Motivation sind solche Kapriolen gar nicht mal so anstrengend. Draussen erwarteten mich überraschend warme Temperaturen, nämlich „nur“ rund 4 Grad. Die Szenerie war überwältigend!

Der Persgletscher im durch die Wolken gesprenkelten Mondlicht
Der Piz Bernina mit dem Biancograt
Das vom Mondlicht beleuchtete Berghaus Diavolezza
Und wieder mit den Fensterspiegelungen gespielt
Vadret Pers
(Mond-)Lichtstimmungen am Piz Palü
Vadret Pers

Die Uhr zeigte mittlerweile 2 Uhr, ich wollte bis zum dritten fotografischen noch ein paar Stunden Schlaf holen. So legte ich mich wieder ins warme Bett. Kurz vor halb vier ging im Zimmer der Betrieb los. Denn Dani, Thömu und Linda haben sich den Piz Palü vorgenommen. Natürlich war ich auch wieder kurz wach, wünschte den Gipfelstürmern viel Glück, schaute aus dem Fenster und beschloss, eine weitere Runde zu schlafen. Nach 5 Uhr hielt mich allerdings nichts mehr zurück, ich startete Teil 3.

Piz Alv
Die Glühwürmchen im Aufstieg zum Ostgipfel des Piz Palü, die untersten sind Dani, Linda und Thömu
Piz Palü (mitte) mit Ostgipfel (links) und Piz Spinas (rechts)
Crast’Agüzza
Der eindrückliche Biancograt mit Piz Bernina
Prachtsaussicht von der Diavolezza
Morgenstimmung über der Bergstation
Der Piz Bernina fängt die ersten Sonnenstrahlen ein
Der Mond verlässt langsam die Szenerie
Hinter dem Piz Prievlus verschwindet der Mond für heute
Licht- und Schattenspiele
Mystischer Blick in Richtung Osten

Mittlerweile war der Sonnenaufgang bereits Vergangenheit. So langsam kam Leben ins Berghaus. Auch Oli und Sandra gesellten sich zu mir. Die beiden haben äusserst schweren Herzens auf die Besteigung verzichtet. Genaue Betrachter meiner Fotos der vergangenen Tage stellten vielleicht fest, dass die beiden bald Eltern werden. Ich fand, dass Sandra schon so eine gewaltige Leistung vollbrachte. Auch wenn sie nun enttäuscht die vorzeitige Heimreise antraten, gilt ihnen beiden mein grösster Respekt. Ihr Nachwuchs wird das Berg-Gen auf jeden Fall schon von Beginn weg in sich tragen. Alles Gute an dieser Stelle euch dreien!

Spannend am Piz Palü ist, dass man vom Berghaus Diavolezza praktisch die ganze Besteigung des Piz Palü mitverfolgen kann. So hatte ich praktisch eine Live-Schaltung zum Berg gegenüber. Mit Dani telefonierte ich während der ganzen Tour einige Male, während ich sie durch das Fernrohr beobachtete. Verrückte Welt…

Piz Palü Ostgipfel
Dani, Linda und Thömu haben den Ostgipfel hinter sich und sind kurz vor dem Gipfelerfolg
Geschafft! Die drei stehen auf dem 3900 Meter hohen Piz Palü
Leider etwas spät komme ich auf die Idee, mittels vor Ort vorhandenem Fernrohr die Reichweite meines Fotoapparates zu erweitern: hier sind die drei bereits auf Augenhöhe
Ich stelle meine fotografischen Aktivitäten langsam ein, das Licht ist „zu sonnig“
Die erfolgreichen Gipfelstürmer sind gesund zurück
Die letzten paar Meter zur Bergstation begleite ich sie

Nach stärkendem Mittagessen, war es auch für uns vier an der Zeit, zurück ins Unterland zu fahren.

Die Heimreise beginnt mit dem gemütlichen Abstieg runter ins Tal
Gegenverkehr
Blick von der Gondel in Richtung Samedan
Nein, das wäre die falsche Richtung
Zeitsprung: gut 5 Stunden nach der Abreise auf Diavolezza treffe ich in Oensingen ein
Auch meine Heimat hat schöne Felsen zu bieten

Trotz des wechselhaften Wetters waren es fünf tolle Tage, die ich sehr genossen habe. Nun bin ich bereits am Packen für meine „richtigen“ Ferien, von denen es allerdings keine Blogeinträge geben wird. Allenfalls wird es vereinzelt Bilder von mir auf 500px.com zu sehen geben. Schaut mal rein. Hebet Sorg und bis bald!

1 Kommentar

  1. Fast ein Jahr mussten wir auf einen neuen Foto- und Reisebericht warten. Nun hast du uns mit sensationellen Bildern gezeigt, weshalb du eine grosse Fangemeinde hast. Es war dabei für uns ein Glücksfall, dass du selber die Gipfel nicht besteigen konntest. So hattest du auch in der Nacht Zeit, damit du für deine Aufnahmen die idelalen Lichtverhältnisse hattest. Danke für die eindrücklichen Bilder von eurer Hochtourenwoche.

Ich freue mich stets über eure Kommentare, lobenden Worte, Fragen und natürlich auch Kritik (welche ich umgehend löschen werde ;-) ).

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