Hochtourenwoche 2019 – Tag 4 Gelmerhütte - Diechterhorn - Trifthütte

Thömu schaut von oben verwundert nach unten

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Sollte es heute für meinen ersten Alpengipfel im Jahr 2019 reichen? Nachdem ich im Juni bereits beim Weissmies aufgeben musste und letzte Woche bei Teil Eins unserer Hochtourenwoche ebenfalls schwächelte, stand für heute das Diechterhorn auf dem Programm. Die Bergspitze liegt auf 3387 Meter über Meer und somit nicht allzu hoch. Die technischen Anforderungen scheinen ebenfalls nicht allzu hoch zu sein. Dies die Theorie, nun aber der Reihe nach…

Nach der Tagwache um 04:30 Uhr machen wir uns 45 Minuten später parat…
Kurz vor 6 Uhr, wir steigen langsam hoch zur Diechterlimi
Ganz hinten erstrahlen schon das Finsteraarhorn sowie das Schreckhorn
Noch ein paar Meter Fels, dann erreichen wir…
…nach 90 Minuten den Diechtergletscher
Steil geht es dem Himmel entgegen
Kurze Rast, inzwischen ist es halb acht und wir somit seit genau zwei Stunden unterwegs
Weitere 20 Minuten später erreichen wir die Diechterlimi
Bevor wir den Triftgletscher betreten, werfe ich nochmals einen Blick zurück
Fast drei Stunden nach Aufbruch sind wir dem Gipfel nah
Noch ein paar Meter auf Schnee und Eis, danach folgen…
…die restlichen Abschnitte auf Fels
Dani scheint’s zu gefallen
Das Seilteam Dani/Thömu ist auf dem Gipfel angekommen und…
…geniesst bereits die verdiente Aussicht
Ich, zusammen mit Sandra und Oli am Seil, mühen uns noch etwas ab
Schliesslich haben es auch wir geschafft!
Nun dürfen auch wir den Weitblick geniessen
Der Panoramablick in Richtung Westen mit dem…
…Rosenhorn ganz links, auf welchem Dani und Thömu erst letzte Woche standen
Die eindrucksvolle Ostwand des Finsteraarhorns
1500 Meter unter uns liegt der Gelmersee
Nebelmeer über dem Mittelland bis weit in die Alpentäler hinein
Abstieg über steile Flanken
Der felsige Teil des Diechterhorns liegt hinter uns, wir machen eine kurze Pause und…
…blicken rüber zu unserem heutigen Ziel, der Trifthütte
Dazwischen liegen aber noch ein paar Kilometer Gletscher
Der Abstieg über den Triftgletscher bei prächtigem und heissem Wetter
Kleine Pause, um die Kleidung den warmen Temperaturen anzupassen
Die Trifthütte war heute auch schon weiter weg

Seit unserem Aufbruch heute Morgen in der Gelmerhütte waren unterdessen fünf Stunden vergangen. Das Wetter meinte es sehr gut mit uns. Vielleicht sogar etwas zu gut. Die Sonne heizte mächtig ein. Ich entschloss mich deshalb kurzerhand, in einer Gletscherspalte nach willkommener Abkühlung zu suchen. Zwar nicht freiwillig und schon etwas überraschend. Während Oli und Sandra, die vor mir am Seil waren, die etwas verdächtig ausschauende Spalte noch problemlos überschritten, war die Schneebrücke bei meinem Kampfgewicht endgültig am Ende ihrer Kräfte angelangt. Mein Bruder, der gleich hinter mir ging und mit Thömu am Seil war, konnte nur noch tatenlos zusehen, wie ich relativ zügig in die Tiefen des Triftgletschers abrutschte. Wichtige Erkenntnis daraus: das von den Bergführern erwähnte Einfressen (und damit Abbremsen) des Seils an der Eiskante funktioniert tadellos. Ich jedenfalls gleitete gefühlt im Zeitlupentempo hinab und dachte mir, dass nun jede Sekunde die vor mir angeseilte Sandra um die Kante geflogen kommt. Dies jedoch passierte zum Glück nicht und ich lag auf meinem Rucksack, der wiederum am schmaler werdenden Spalt hängen blieb. Dani schaute hinab ins Dunkel, und ich konnte ihm gleich Entwarnung durchgeben: alles bestens hier unten, nichts schmerzt, ich liege wunderbar! Etwas kalt zwar, aber nicht unbequem. Und so entschloss ich mich, aus dieser eher ungewohnten Perspektive ein Foto zu schiessen, denn solche Gelegenheiten bieten sich (glücklicherweise!) nur selten.

Thömu schaut von oben verwundert nach unten

Oben wurde meine Bergung organisiert und sobald mir Thömu versicherte, dass ich nun gut gesichert sei, versuchte ich von meiner horizontalen in eine vertikale Position zu kommen. Doch bevor sie mich rausholten, gab ich ihm natürlich noch die Anweisung, ein Foto von oben zu schiessen.

So sah das Ganze von seiner Warte aus

Ich wollte eigentlich versuchen, selbstständig rauszuklettern. Aber Dani, Sandra und Oli waren so motiviert, dass ich keine Gelegenheit bekam, meine ausgeprägten Eiskletterkünste zum Besten zu geben 🙂 Stattdessen wurde ich im Eiltempo die rund fünf Meter hochgezogen und so war ich vier Minuten nach dem Spaltensturz bereits wieder an der Oberfläche.

Das Helferteam gibt alles!
Bereits wieder am Tageslicht
Und so sah ich die Szenerie
Mein Seilzug-Team

Oli hat die letzten Sekunden auf Video festgehalten:

Nach diesem kleinen und dank Seil, sehr tollen Helfern und ein paar Schutzengeln glimpflich verlaufenen Zwischenfall ging unsere Reise über den Triftgletscher weiter. Die restlichen eineinhalb Kilometer auf dem Gletscher waren ereignislos und rund 45 Minuten nach der unfreiwilligen Pause erreichten wir festen Untergrund.

Steigeisen sowie Klettergurt werden im Rucksack verstaut
Gruppenfoto mit Diechterhorn (die kleine Felsspitze in der Bildmitte)
Die letzten Meter hoch zur Trifthütte
Nach 7 Stunden ist das Ziel erreicht
Das Hüttenteam empfängt uns mit einem Welcome-Drink
Prost!
Der Durstlöscher schlechthin

Nachdem der erste grosse Durst gelöscht war, verstaute ich meine Siebensachen in der Hütte, machte eine Tour durch diese und bald darauf stand eine riesige Pfanne gefüllt mit einer fantastischen Röschti auf dem Tisch. Das haben wir uns verdient!

Unser Zimmer trägt den Namen unseres morgigen Gipfelziels
Alles fein säuberlich verstauen
Oder es zumindest versuchen…
Ein Teil des Sanitärbereichs
Im Aufenthaltsraum
Das Küchenteam hat ganze Arbeit geleistet!

Wie gewohnt bei solchen Touren gönnte ich mir danach den verdienten Mittagsschlaf. Frisch erholt machte ich mich auf, um danach die Umgebung der sehr schön gelegenen Hütte fotografisch einzufangen.

Gemütlich auf der Terrasse den Nachmittag geniessen
Dani und Thömu sicherten sich die besten Plätze…
…mit Blick auf den Triftgletscher…
…und die gesamte Bergwelt südlich der Hütte
Ich suchte noch Flora und…
…Fauna und traf erneut auf einen Kleinen Fuchs
Gelbe Blumen
Flusslandschaften unterhalb der Hütte

Das Nachtessen war einmal mehr und wie mittlerweile nicht mehr anders zu erwarten sehr fein. Immer wieder eine Freude, was die Hüttenteams in den teils engen Küchen mit beschränkten Mitteln hinzuzaubern vermögen. Danach präsentierte uns die Natur wie schon gestern beste Abendunterhaltung und viele Gäste genossen draussen die geniale Show.

So lässt es sich leben!
Der Ausläufer des Triftgletschers mit dem eindrücklichen Eisabbruch
Über dem Gadmertal ein Abendrot wie aus dem Märchenbuch
Die Hütte erstrahlt förmlich im abendlichen Licht
Die Farben sind unbeschreiblich schön
Wir haben uns noch im Hüttenbuch verewigt
Thömu hat meinen Eintrag noch mit der Zeile „Fällt gerne in Gletscherspalten“ verfeinert 🙂
Vor dem Schlafen ein letzter Gang nach draussen, um
…die nächtliche Stimmung einzufangen

Bis auf die kniffligen letzten Meter am Diechterhorn war es eine Tour ganz nach meinem Geschmack. Fordernd, aber nicht überfordernd. So gefällt es mir. Und der Spaltensturz verlief gänzlich ohne Blessuren und sorgte heute Abend für Gesprächsstoff in der Hütte. Scheint wohl doch nicht allzu häufig vorzukommen. Ob ich wohl noch davon träumen werde? Wir werden sehen…

 

Unsere heutige Tour auf der Karte

Ich freue mich stets über eure Kommentare, lobenden Worte, Fragen und natürlich auch Kritik (welche ich umgehend löschen werde ;-) ).

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