Vom Barrhorn zum Bishorn – Tag 3

Im "Anflug" auf den Brunegggletscher...

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Nach einer wiederum ziemlich angenehmen Nacht stand ich heute kurz nach 6 Uhr auf. Den Sonnenaufgang musste ich heute nicht unbedingt miterleben, denn aufgrund der Lage der Turtmannhütte kommt die Sonne sowieso erst spät hinter den Bergen hervor. Trotzdem suchte ich natürlich auch heute schon vor dem Frühstück ausserhalb der Hütte nach Fotosujets und fand sie auch.

Wie schon gestern erwartet uns ein schöner Tag
Wie schon gestern erwartet uns ein schöner Tag
Hinter der Hütte türmt sich eindrucksvoll der Turtmanngletscher, welchen wir heute zu bezwingen haben
Hinter der Hütte türmt sich eindrucksvoll der Turtmanngletscher, welchen wir heute zu bezwingen haben
Sind gleich neben der Hütte zu finden: Edelweiss (wenigstens die kann ich benamsen)
Sind gleich neben der Hütte zu finden: Edelweiss (wenigstens die kann ich benamsen)

Nach dem Zmorge um 7 Uhr waren wir schon bald wieder startklar für unsere heutige Tour zur Tracuithütte. Die Strecke beinhaltete nicht wie gestern ein eigentliches Gipfelhighlight. Jedoch hatten wir gleich zwei Gletscher zu überqueren, nämlich zuerst den Brunegg- und danach den Turtmanngletscher. Vor allem letzterer sorgte bereits beim Anblick von der Hütte aus für einiges Stirnrunzeln bei den Teilnehmern unserer Gruppe. Denn wie zum Geier sollten wir da wohl hochkommen?!? Nun, wir würden es noch erfahren…

Unsere heutige Tour (ungefähr, da kein markierter Weg)
Unsere heutige Tour (ungefähr, da kein markierter Weg)
Gruppenfoto vor dem Abmarsch
Gruppenfoto vor dem Abmarsch
Noch ein Blüemli, viele werden wir heute nicht mehr sehen
Noch ein Blüemli, viele werden wir heute nicht mehr sehen
Unsere Richtung scheint zu stimmen
Unsere Richtung scheint zu stimmen
Im "Anflug" auf den Brunegggletscher...
Im „Anflug“ auf den Brunegggletscher…
...sind noch ein paar Hürden zu überwinden
…sind noch ein paar Hürden zu überwinden
Einsichten in einen Gletscher
Einsichten in einen Gletscher
Die Steigeisen werden zum ersten Mal während dieser Tour angeschnallt
Die Steigeisen werden zum ersten Mal während dieser Tour angeschnallt
Für Köbi und Pepe ist es eine Steigeisen-Premiere
Für Köbi und Pepe ist es eine Steigeisen-Premiere
Ich, Dani und Oli sind da schon alte Hasen *hüstel, hüstel*
Ich, Dani und Oli sind da schon alte Hasen *hüstel, hüstel*
Vor dem ersten steilen Stück seilen wir uns an
Vor dem ersten steilen Stück seilen wir uns an
Nun gilt's ernst, ein Fehltritt würde für alle ziemlich weit unten enden
Nun gilt’s ernst, ein Fehltritt würde für alle ziemlich weit unten enden
Gerold sichert uns mit Eisschrauben...
Gerold sichert uns mit Eisschrauben…
...und findet dazwischen Zeit um ebenfalls ein paar Fotos zu schiessen
…und findet dazwischen Zeit um ebenfalls ein paar Fotos zu schiessen
Wildbach auf dem Brunegggletscher
Wildbach auf dem Brunegggletscher
Wir nähern uns dem Turtmanngletscher und staunen ob der Grösse
Wir nähern uns dem Turtmanngletscher und staunen ob der Grösse
Wir erfreuen uns an den Gletscher-Skulpturen
Wir erfreuen uns an den Gletscher-Skulpturen
Mit der Erfahrung von vorhin fällt uns das Vorankommen...
Mit der Erfahrung von vorhin fällt uns das Vorankommen…
...schon viel leichter. Gerold sichert uns im steilsten Abschnitt erneut mit Eisschrauben
…schon viel leichter. Gerold sichert uns im steilsten Abschnitt erneut mit Eisschrauben

Der Brunegggletscher war bereits hinter uns und wir mitten im steilsten Teil des Turtmanngletschers, als uns Gerold auf einem „Zwischenboden“ kurz eine Lektion zum Thema Sicherung im Eis vermittelte. Mithilfe einer Eisschraube zwei Löcher so ins Eis bohren, dass sich deren Ende treffen. Danach ein Seil ins Loch 1 reinstecken, mit einem Draht vom Loch 2 aus das Seilende rausfädeln, Seilenden verknoten, und fertig ist die Sicherung. Ich hab’s getesten und bin voll reingehangen. Eindrücklich, was so ein paar Zentimeter Eis zu halten vermögen!

Zuerst das "schlechte" Eis wegkratzen, dann...
Zuerst das „schlechte“ Eis wegkratzen, dann…
...die zwei Löcher bohren, Seil einfädeln und...
…die zwei Löcher bohren, Seil einfädeln und…
...testen!
…testen!

Den Knoten wieder zu lösen war mir für den Abend vorbehalten; das Ding hielt nach meinem Versuch bombenfest, war nur dank Einsatz des Pickels aus dem Eis zu bringen und erforderte sehr viel Geduld beim Lösen. Uns standen noch die letzten paar hundert Höhenmeter bevor, welche sich auf dem oberen Teil des Gletschers als sehr mühsam entpuppten. Es lag relativ viel Altschnee, welcher zum Überqueren sehr viel Kraft kostete. Aber auch dieses letzte Teilstück schafften wir und erreichten bereits um 13 Uhr die Tracuithütte und somit unser heutiges Etappenziel.

Gletscherspalten wohin man sieht
Gletscherspalten wohin man sieht
Statt festes Eis immer mehr Pflotsch-Schnee
Statt festes Eis immer mehr Pflotsch-Schnee
Die Tracuithütte ist glücklicherweise nicht mehr weit
Die Tracuithütte ist glücklicherweise nicht mehr weit
Schuh- und Kleiderraum
Schuh- und Kleiderraum
Aufenthaltsraum mit Aussicht
Aufenthaltsraum mit Aussicht
Zeit für etwas Erholung in den Gemäuern der alten Hütte
Zeit für etwas Erholung in den Gemäuern der alten Hütte
Die Sonne setzt sich wieder durch, das Bishorn (links) wird greifbarer
Die Sonne setzt sich wieder durch, das Bishorn (links) wird greifbarer

Die Tracuithütte wurde im Jahr 2013 völlig neu gebaut und ist entsprechend topmodern. Ist wohl nicht jedermanns Geschmack, aber mir gefällt das. Sogar eine Dusche wäre vorhanden gewesen, welche aber keiner von uns benützte. Man gewöhnt sich irgendwie an den Mief, und eine Katzenwäsche ist ja auch nicht schlecht. Die Hütte bietet 116 Plätze und war heute voll belegt. Das bedeutete für uns, dass wir während dieser Nacht nur ein Bett unser Eigen nennen durften. Da aber die Tagwache eh schon sehr früh ist, wird das schon klappen…

Und noch hatten wir den ganzen Nachmittag vor uns, welchen wir mit weiteren Theoriestunden ausfüllten. Gerold zeigt uns mit viel Geduld verschiedene Knoten und Rettungstechniken. Fazit: man könnte mit Seilen und Karabinern extrem viel anstellen, wenn man das nötige Wissen und Training hätte. Ich brauche noch etwas Zeit 😉

Auftakt zum Theorie-Nachmittag: Knoten
Auftakt zum Theorie-Nachmittag: Knoten
Köbi und Pepe wollen nicht ganz so hoch hinaus wie wir anderen, sind daher eher passiv dabei ;-)
Köbi und Pepe wollen nicht ganz so hoch hinaus wie wir anderen, sind daher eher passiv dabei 😉
Gerold hat alles im Blick
Gerold hat alles im Blick
Ich hänge in den Seilen
Ich hänge in den Seilen
Ein grausames Seil-Wirrwarr
Ein grausames Seil-Wirrwarr

Weil wir so fleissig mitgemacht haben, wurden wir nach der Schulung von Gerold zum gesponserten Apero eingeladen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an unser Reisebüro Berg und Tal. Im Anschluss daran wurden wir mit einem – ja, schon wieder – sehr feinen 3-Gänger verwöhnt. Spaghetti Bolognese stand als Hauptgang auf dem Menuplan. Das lieferte uns genügend Energie für den abschliessenden Tag mit dem Höhepunkt der Tour: Bishorn!

Walliser Fendat zum Apero...
Walliser Fendat zum Apero…
...und schon schau ich etwas schräg in die Welt
…und schon schau ich etwas schräg in die Welt
Kalorien reinhauen für die morgige Gipfelbesteigung
Kalorien reinhauen für die morgige Gipfelbesteigung
Bereit für's Bett
Bereit für’s Bett

Weiter zum Tag 4…

Ich freue mich über euer Feedback, Aufmunterungen und Lob! :-)

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