USA Herbsttour 2014 – Tag 12

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Gestern noch habe ich grossartig angekündigt, den höchsten Punkt unserer Reise erreicht zu haben. Heute jedoch haben wir die gestrige Höhe um nicht weniger als 400 Meter überboten. Doch der Reihe nach…

Der Plan war, heute von Price UT der Bahnlinie nach Provo UT zu folgen. An dieser machten wir bereits vorletzten Dienstag unsere ersten Fotos. Zudem wollten wir beim Kohlekraftwerk, das wir gestern abend noch ablichteten, auf einen oder zwei Züge warten. Zuerst jedoch musste noch der Sonnenaufgang auf die Speicherkarte gebannt werden. Ich schreibe bewusst „musste“, denn langsam sind meine Batterien leer. Das Aufstehen fällt mir zwar nicht schwer, aber die Ideen gehn aus. Heute deshalb ein „billiger“ Sonnenaufgang direkt aus dem Auto.

Sonnenaufgang Nummer 12

Wir stoppten kurz an einer Tankstelle, um für den dringend benötigten Koffeinnachschub zu sorgen. Kaum hatten wir mit unserem Kurs auf das Kohlekraftwerk genommen, entdeckten wir den ersten Zug. Nicht irgendeiner, sondern Amtrak's „California Zephyr„, der täglich von Chicago nach San Francisco fährt. Er war ostwärts unterwegs, also eigentlich die falsche Richtung. Doch gleich hinter den beiden Dieselloks reihte sich eine Elektrolok (natürlich nur gezogen) ein, was wir für genug speziell einstuften, um unseren Tagesplan über den Haufen zu werfen und die Verfolgung in Richtung Green River UT aufzunehmen.

Mit Höchstgeschwindigkeit auf dem Highway 6/191 nach Green River
Nach 30 Minuten Verfolgungsjagd eingeholt
Passt so gar nicht in diese Gegend: eine elektrische Maschine von Siemens
Na denn Prost!
Das Frusterlebnis des Tages: 50 Meter weiter vorne wäre der im schönsten Licht

Wir versuchten den California Zephyr im Bahnhof von Green River noch stehend zu erwischen. Bis dorthin war er jedoch mit einem grausamen Affenzahn unterwegs. Als wir die Stadt erreichten, sahen wir gerade, wie sich der Zug bereits wieder in Bewegung setzte. Plan B: am Ende der Stadt vielleicht noch ein Foto. Das innerstädtische Speed Limit von 35 mph lässt einen in solchen Momenten fast verzweifeln. Dann die Geleise in Sichtweite! Es könnte reichen, schnell parkieren, Kamera packen und los. Mist, falsche Seite, die Sonne voll frontal. Der Zug naht, Seitenwechsel nicht mehr möglich. WAAAAHHHHHH!!! Foto versaut, Zug weg. Mein sicher geglaubtes Foto für railpictures.net, der Webseite für die speziellen Eisenbahnfotos, ist vertan. Das sind Probleme, meine Damen und Herren!

Da standen wir also ungeplant in Green River UT und mussten nach einer möglichen Route nach Las Vegas suchen. Der erste Teil war klar, immer entlang der I-70 East. Ich befuhr diese Strecke meines Wissens zum ersten Mal. Unglaublich, was die Natur auch hier geschaffen hat! An einem der zahlreichen View Points bis Salina UT erfreuten wir uns nebst der grandiosen Aussicht an ein paar neugierigen Hörnchen (welche Gattung genau hab ich nicht rausgefunden), welche die Reaktionfähigkeit von uns sowie die Schnelligkeit unserer Kameras testeten. Die Bilder sind zu 98% Ausschuss, die putzigen Tiere waren zu flink.

Führt quer durch wunderschöne Felsformationen: die I-70
Für kurze Zeit am Posieren
Kurz was trinken
Aber eigentlich meistens am rumrennen
Na dann wollen wir mal aufpassen
Ich find die Ami-Flagge macht sich gut am Truck
Immer schön der I-70 entlang
Es braucht schon grosse Vorratstanks...
...wenn's danach so lange keinen Verpflegungsposten mehr gibt.

In Joseph UT verliessen wir die I-70 und folgten der 89 bis Panguitch, wo wir fälschlicherweise auf die 143 gerieten. Wir wollten zuerst umkehren, da dies nicht der geplanten Route entsprach. Wir taten es zum Glück nicht! Denn so entdeckten wir das Cedar Breaks National Monument. Schon wieder ein wahrer Augenöffner. Und auch der Grund, weshalb wir den gestrigen Höhenrekord brachen. Bis auf 10460 Fuss schraubten wir uns hinauf. Dies auf eher unscheinbare Art und Weise, denn lange deutete nichts auf diesen landschaftlichen Höhepunkt hin. Die Landschaft war hügelig, immer wieder Wälder, dann Wiesen, alles auf hohem Niveau von mehr als 2500 müM. Doch dann, kurz nachdem man die 143 verlässt und auf die 144 in Richtung Süden fährt, plötzlich ein riesiger Abgrund. Mit Worten nicht zu beschreiben, auf Fotos nicht möglich die Dimensionen zu zeigen. Grandios!

Schilderwald auf Veloweg
Die Amis kennen halt für alles das Drive-In Prinzip
Für perfekte Fotos muss man sich verrenken
Anfahrt zum Cedar Breaks NM
Der Blick nach Osten lässt nicht erahnen...
...dass es auf der Gegenseite mehr als 1000 Meter ziemlich aprupt nach unten geht.
Gewaltig!
Der Versuch, den Cedar Break aus der Ferne zu fotografieren

Nachdem wir in Cedar City angelangt waren, genehmigten wir uns vor der letzten Etappe nach Las Vegas im Starbucks noch einen Kaffee. Der Sonnenuntergang musste während der Fahrt „abgehandelt“ werden, da die I-15 South durch tiefe Schluchten führt und daher die Sonne relativ rasch verschwand. Kurz vor Vegas noch ein Stopp, um das Lichtermeer der Stadt einfangen zu können.

Sonnenuntergang Nummer 13, und es bleibt nur noch einer übrig...
Immer wieder ein imposanter Anblick
Versuchshalber noch ein nächtliches Foto in der Nähe der Schienen, leider ohne Zug

 

Ich freue mich über euer Feedback, Aufmunterungen und Lob! :-)

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