USA Herbsttour 2014 – Tag 10

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Gestern abend – ich lag bereits im Bett und wollte bald mal schlafen – zeigte mein iPhone plötzlich ein ganz komisches Verhalten. Es schien, als ob jemand in einem Höllentempo auf dem Gerät rumdrücken würde. Apps öffneten sich, schlossen sich, es wurden zufällige Eingaben gemacht, dies alles wie gesagt extrem schnell. Wer also von mir ein SMS, WhatsApp oder Wasauchimmer mit kuriosem Inhalt bekommen haben sollte… ich war nicht besoffen! 😉 Ein Neustart nützte nichts, im Gegenteil: die nach einem Neustart nötige Code-Eingabe war sehr tückisch, denn auch hier wurde wie wild von selber gedrückt. Nach drei Falscheingaben konnte ich das blöde Teil irgendwie ausschalten, weil nach 10 Falscheingaben löscht mein Schlaufon sicherheitshalber sämtliche Daten. Es brachte alles nichts, ich verschob allfällige Reperaturmassnahmen auf heute morgen.

Den Wecker brauchte ich nicht. Um 04.30 Uhr war fertig mit Schlafen. Mehr als eine Stunde vor der „offiziellen“ Weckzeit. Ich versuchte zwar die iPhone-Problematik aus meinem Kopf zu verbannen, gelang aber nicht. Also setzte ich mich vor’s iPad und fing an, den Tag zu planen. Ohne Online-Karten und Navi muss man sich wieder ganz anders vorbereiten. Um 05.45 Uhr läutete der Wecker den Tag auch für Thomas ein. Nach dem obligaten Sunrise-Foto verschoben wir uns zurück in die Gegend vom Sherman Hill, wo wir gestern abend das Ames Monument ablichteten. Während dem Warten auf die rollenden Ungetüme auf Schienen versuchte ich es mit einem erneuten Startversuch meines iPhones, was auch für sehr kurze (geschätzt knapp 1 Minute) gelang. Danach das bekannte Dilemma mit der „Geisterhand“. Was ich in dieser kurzen Zeit lesen konnte, war eine Kurznachricht meines Bruders, dass scheinbar meine Homepage nicht funktioniert. Na toll!

Sonnenaufgang Nummer 10
Das Ames Monument, diesmal im Morgenlicht
War’s der Erste heute? Ich weiss es nicht mehr…
Stau am Sherman Hill
Gemütlicher Platz in schöner Gegend
Containerschlange
Und noch einer in Richtung Osten
Solch lustige Gesteinsbrocken findet man hier überall

Was man so alles erleben kann, wenn man sich auf abgelegenen Pfaden bewegt, zeigte sich an einem anderen Bahnübergang am Sherman Hill. Ein gemischter Güterzug fuhr langsam den Berg hoch und hielt schliesslich an. Auf der anderen Seite des Zuges entdeckten wir zwei Sheriffs die offensichtlich etwas suchten. Einer kletterte dann zwischen den Wagen durch, lief an uns vorbei (freundlicher Herr übrigens) und wurde schnell fündig!

Blinder Passagier

Nach der ersten, morgendlichen Fotosession nahmen wir Kurs auf den Starbucks in Laramie WY. Ich war schon gespannt, was mit meiner Homepage passiert war. Tatsächlich kam die Meldung, dass irgendein Limit erreicht worden sei. Es scheint fast, als ob der Ansturm auf meine Seite etwas zu gross war. Wie lange das jetzt dauert, weiss ich auch nicht. Unterdessen bin ich, ihr habt es gemerkt, auf meine alte Seite ausgewichen.

Ich komm zwar nicht wirklich draus, scheint aber zuviel gewesen zu sein

Das Tagesziel von heute, Green River WY, war noch etwas mehr drei Fahrstunden entfernt. Wir planten eine zügige Durchfahrt bis kurz vor Rock Springs WY, wo ich von meiner Reise von vor zwei Jahren noch ein paar Foto- und (für Thomas) Videostandorte im Kopf hatte. Ihm fehlten in seiner diesjährigen Videosammlung nämlich noch schnelle Züge, die auf dieser Strecke mit bis zu 70 mph (gut 110 km/h) durch die Landschaft brettern. Kaum am Tatort angekommen, rauschten schon die ersten zwei Kandidaten an. Fotos machte ich nur, damit ich nicht aus der Übung komme. Grund war das Wetter. Den Tag durch schloss sich nämlich die Wolkendecke und verdeckte die Sonne komplett. Dafür waren die Temperaturen nach den gestrigen 37 Grad wieder auf einem für mich erträglicheren Niveau. Noch was zu den Höhen, auf denen wir uns seit gestern bewegen: Laramie liegt auf ca. 2100 müM, am Shermann Hill ist der höchste Punkt auf über 2600 müM und nun in Green River befinden wir uns auf 1800 Meter. Ich bin immer wieder auf’s Neue beeindruckt, wie hoch wir uns hier befinden, denn die weiten Ebenen und sanften Hügelzüge täuschen mir was anderes vor.

Den hier trafen wir heute schon 200 Meilen weiter östlich (siehe Bilder 4-6)
Schwerer Getreidezug auf dem Weg in den Westen
Bei den Farben nur ein klitzeklein wenig nachgeholfen (ich schwör!)

Zum Schluss des Tages zeigte sich die Sonne noch kurz, um uns ein schönes Untergangsfoto zu ermöglichen. Danke!

Sonnenuntergang Nummer 11 (nur noch 3 bis zur Heimreise)

 

Ich freue mich über euer Feedback, Aufmunterungen und Lob! :-)

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