Hochtourenwoche 2016 – Tag 6 Finsteraarhornhütte - Kondordiahütte - retour

Hinter dem Finsteraarhorn blinzelt die Sonne hervor, und irgendwo da oben kraxeln unsere Kollegen

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Für die beiden Gipfelstürmer Thömu und Dani war heute der grosse Tag: Finsteraarhorn! Oli und ich blieben bei unserer vor 3 Tagen getroffenen Entscheidung, auf den Berg zu verzichten und ihn ein anderes Mal in Angriff zu nehmen. Stattdessen entschieden wir uns, zusammen mit Sandra die nahegelegene Konkordiahütte zu besuchen. Wobei, nahegelegen ist schon etwas untertrieben: immerhin mehr als 7 Kilometer liegen zwischen den zwei Hütten.

Um unsere zwei Gipfelstürmer moralisch zu unterstützen, gingen wir alle gleichzeitig zum Zmorge, welches auf halb fünf terminiert wurde. Sämtliche Gäste der Hütte waren zu diesem Zeitpunkt unterwegs, was aber aufgrund der nur 17 Leute keine grossen Staus zur Folge hatte. Kurz nach 5 Uhr starten dann mein Bruder und Thömu zu ihrem Abenteuer. Kurz darauf waren auch ich, Oli und Sandra bereit und nahmen unseren Weg hinunter von der Hütte zum Fieschergletscher in Angriff.

Thömu und Dani sind parat für den Gipfelsturm
Thömu und Dani sind parat für den Gipfelsturm
Sandra und Oli sind auch parat, halt einfach ohne Gipfelsturm
Sandra und Oli sind auch parat, halt einfach ohne Gipfelsturm
Während wir über den Fieschergletscher schreiten, bricht...
Während wir über den Fieschergletscher schreiten, bricht…
...langsam der Tag an (hier das Fiescher Gabelhorn)
…langsam der Tag an (hier das Fiescher Gabelhorn)
Hoch geht's zur Grünhornlücke, bald schon in der Sonne
Hoch geht’s zur Grünhornlücke, bald schon in der Sonne
Hinter dem Finsteraarhorn blinzelt die Sonne hervor, und irgendwo da oben kraxeln unsere Kollegen rum
Hinter dem Finsteraarhorn blinzelt die Sonne hervor, und irgendwo da oben kraxeln unsere Kollegen rum
Wir überschreiten die Grünhornlücke und tauchen ab...
Wir überschreiten die Grünhornlücke und tauchen ab…
...über den Grüneggfirn in Richtung Konkordiaplatz
…über den Grüneggfirn in Richtung Konkordiaplatz
Stilstudie vom Grüneggfirn
Stilstudie vom Grüneggfirn
Nach gut 3 Stunden "Wanderschaft" sind wir nah am Ziel
Nach gut 3 Stunden „Wanderschaft“ sind wir nah am Ziel
Es fehlen die "nur" 467 Stufen hoch zur Konkordiahütte
Es fehlen die „nur“ 467 Stufen hoch zur Konkordiahütte

Der Aufstieg über die Metalltreppe hatte es in sich. Insgesamt 467 Stufen und noch ein paar zusätzliche Höhenmeter mussten überwunden werden, um zur Hütte zu gelangen. Aber wohl kein Vergleich zu früheren Zeiten ohne Treppe, als es noch eine wesentlich halsbrecherische Aktion war um die Hütte zu erreichen. So standen wir ohne grosse technische Herausforderungen kurz nach 9 Uhr in der Konkordiahütte, welche einen ziemlich ausgestorbenen Ausdruck machte. Kein Wunder, es kommt wohl selten vor, dass so früh am Morgen die ersten Gäste eintreffen.

Gähnende Leere im Schuh- und Materialraum
Gähnende Leere im Schuh- und Materialraum
Gähnende Leere im Aufenthaltsraum
Gähnende Leere im Aufenthaltsraum

Wir trafen dann glücklicherweise eine junge Dame vom Hüttenteam an, welche doch einigermassen überrascht war über den sehr frühen Besuch. Wir gönnten uns Kaffee und Kuchen/Nussgipfel zum Znüni. Einfach herrlich! Danach durften wir einen Rundgang durch die Hütte machen, denn insbesondere die unten ausgeschilderte Suite interessierte uns. Und tatsächlich: im diesen Frühling neuen gebauten Teil der Hütte befinden sich neben WC-Anlagen im obersten Stock auch zwei „Suiten“. Eine tolle Sache, welche ich mit Sicherheit mal ausprobieren werde.

Die Suite der Konkordiahütte
Die Suite der Konkordiahütte

Nach einem zweiten Kaffee war es für uns Zeit, den „Heimweg“ zurück in die Finsteraarhornhütte anzutreten. Nicht, ohne vorher noch 3 Nussgipfel zu posten, um unsere 2 (hoffentlich) erfolgreichen Gipfelbezwinger damit zu beglücken (der dritte Nussgipfel war übrigens für mich, da ich vor Ort die ebenfalls sehr deliziöse Linzertorte vertilgte 🙂 ).

Nun haben die Sonnenstrahlen auch die Hütte erreicht
Nun haben die Sonnenstrahlen auch die Hütte erreicht
Blick auf den Aletschgletscher, gleich dahinter sind Eggis- und Bettmerhorn zu sehen
Blick auf den Aletschgletscher, gleich dahinter sind Eggis- und Bettmerhorn zu sehen
Im Gegensatz zum Unterland herrschen hier oben aktuell die viel angenehmeren Temperaturen
Im Gegensatz zum Unterland herrschen hier oben aktuell die viel angenehmeren Temperaturen
Die Spezialtruppe "Nussgipfel"
Die Spezialtruppe „Nussgipfel“
Die Treppe ist definitiv nur schwindelfreien Leuten zu empfehlen
Die Treppe ist definitiv nur schwindelfreien Leuten zu empfehlen
Bereits wieder einige hundert Meter auf dem Grüneggfirn unterwegs...
Bereits wieder einige hundert Meter auf dem Grüneggfirn unterwegs…
...schreiten wir hoch zur Grünhornlücke
…schreiten wir hoch zur Grünhornlücke
Die "Passhöhe" ist überschritten, wir blicken hoch zum Finsteraarhorn...
Die „Passhöhe“ ist überschritten, wir blicken hoch zum Finsteraarhorn…
...und fragen uns, wo Thömu und Dani wohl unterdessen sind
…und fragen uns, wo Thömu und Dani wohl unterdessen sind
Uns fehlen nur noch die paar Höhenmeter hoch zur Hütte,...
Uns fehlen nur noch die paar Höhenmeter hoch zur Hütte,…
...welche es aber noch in sich haben.
…welche es aber noch in sich haben.

Nach insgesamt sechseinhalb Stunden Marschzeit, 15 Kilometern und 1200 Höhenmeter waren wir um 13.30 Uhr zurück in unserem „Basislager“. Von unseren Kollegen hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nichts gesehen. Gehört bzw. gelesen schon gar nicht, denn in dieser Gegend ist der Handyempfang weitherum gleich null. Aber der Zufall wollte es, dass nicht einmal 3 Minuten nach unserer Ankunft auch Dani und Thömu auf der Terrasse standen! Und dies nach erfolgreicher Bezwingung des Finsteraarhorns! Ein perfekter Tag…

Glückliche Reunion der beiden Gruppen
Glückliche Reunion der beiden Gruppen

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Trinken, Essen und natürlich Erfahrungsaustausch. Zudem trafen wir noch auf Gerold, der uns letztes Jahr auf’s Bishorn begleitete; die Welt ist manchmal schon klein. Das Znacht genossen wir nach diesem erfolgreichen Tag umso mehr, und da es der letzte Abend unserer Woche war, gönnten wir uns auch noch (zum ersten Mal diese Woche!) eine Flasche Rotwein. Selbstverständlich gehörte danach auch noch der obligate Hüttenkaffee zum Programm…

Die Abrechnung als Zeuge von 2 Tagen Kulinarik :-)
Die Abrechnung als Zeuge von 2 Tagen Kulinarik 🙂

Ich nützte das perfekte Wetter mit dem Sternenhimmel, um spätabends noch ein wenig mit Fotoapparat und Stativ (welches mein Bruder freundlicherweise mitschleppte) um die Hütte zu stolpern. Es war schlicht traumhaft!

Alte und neue Finsteraarhornhütte unter Sternenhimmel
Alte und neue Finsteraarhornhütte unter Sternenhimmel
Langsam kehrt Ruhe ein
Langsam kehrt Ruhe ein
Die Lichter in der Hütte werden weniger...
Die Lichter in der Hütte werden weniger…
...und die Milchstrasse entfaltet ihre volle Pracht
…und die Milchstrasse entfaltet ihre volle Pracht

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2 Kommentar

  1. Einfach suuuper, fantastisch, in allen Belangen,,,,,,Bilder, Kommentare, Tag und Nacht und der Genuss von Nussgipfel etc. vielen Dank für ide Chance wenigstens in Gedanken und Bildern dabei zu sein….dass Dani der grosse Gipelstürmer ist, das war mir nicht bewusst….aber in „seinem“ Seilpark gehts ja j mal auch Gipelmässig zu, zwar wohl ohne Nussgipfel, die ihm ja Du Erich, von Hütte zu Hütte mitbringst! Merci! trudi

    • Danke für dein Kompliment, Trudi! 🙂 Und übrigens, die Nussgipfel hatte Sandra im Rucksack, nur damit ich mich hier nicht mit fremden Federn schmücke…

Ich freue mich über euer Feedback, Aufmunterungen und Lob! :-)

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