Gokyo-Everest-Trekking – Tag 12 Gorak Shep - Kala Patthar (5545 m) - Dingboche (4400 m)

Das schon fast obligate Brüder-Selfie

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Besteigung des Kala Pattar
Unsere heutige Route von Gorak Shep nach Dingboche

Wir sitzen in der sehr gemütlichen Lodge in Dingboche und geniessen den Abend. Ich habe die im Gegensatz zum gestrigen Chaos friedliche Stimmung genutzt, um den gestrigen Beitrag nochmals neu zu schreiben.

Der heutige Tag begann wie schon gestern geschrieben früh – und frostig. Nicht wie befürchtet sehr frostig. Nur gerade -5 Grad zeigte das Thermometer; also so wie bereits am Tag zuvor. Ich war froh, dass bereits um 5 Uhr Tagwache war. Während der Nacht hatte ich einige Male das Gefühl, gleich zu ersticken. Die Höhenlage sorgte dafür, dass kaum noch genügend Sauerstoff den Weg in meine Lungen fand. Um halb Sechs sassen wir alle bei Kaffee und Chrömli – in der Hoffnung, dass die Lebensgeister erwachten.

Nach so einer Nacht schauen einige von uns…
…noch ziemlich müde in die Welt hinaus

Wie von Hanspeter vorgegeben, starteten wir pünktlich um 6 Uhr den Angriff auf den 5545 Meter hohen Kala Patthar, dies bei Aussentemperaturen von „nur“ -8 Grad. Wie schon gewohnt, waren wir sehr langsam unterwegs. Wir erwarteten für die 460 Höhenmeter eine Zeit von zwei Stunden.

Dier ersten paar Meter sind noch flach, doch…
…schon bald beginnt der Anstieg hoch zum Kala Patthar
Ein irgendwie meditativer Fussmarsch
Dick eingepackt
Angeführt von Te Kumar schreiten wir…
…Meter für Meter dem Gipfel entgegen
Noch immer befinden wir uns im Schatten des Nuptse, …
…doch die wärmende Sonne blinzelt schon hervor

Die Kälte war zwar bissig, aber der anbrechende Tag und die ersten angestrahlten Berggipfel erwärmten mein Herz. Der Aufstieg war hart, doch durch das sehr humane Tempo blieb mein Puls stets im vernünftigen Bereich. Ein Hochdrehen in den roten Bereich würde hier oben ziemlich sicher auch bedeuten, dass das Ziel schwierig zu erreichen ist. Dies war glücklicherweise nicht der Fall, und kurz vor 8 Uhr erreichten alle der Gestarteten den Gipfel. Dies bei strahlendem Sonnenschein, denn kurz vorher erreichte auch uns die Sonne. Das Timing hätte nicht besser sein können. Perfekt!

An der Schatten-Sonne-Grenze erklimmen wir die letzten fehlenden Meter und…
…stehen schon bald darauf auf dem Gipfel des Kala Patthar
Grosses Getümmel bei der Ankunft
Die beiden sind noch ein Stockwerk höher gekraxelt
Ich mache schon mal ein Panorama-Foto, nicht das ich das später noch vergesse
Der Blick hinab ins Tal
Ein Teil unserer Gruppe beim Gipfelfoto
Das schon fast obligate Brüder-Selfie
Es reichte sogar noch für ein zweites Panorama in westlicher Richtung
Drei unserer Local-Guides: Te Kumar, Dorje und Gelje (Sonam, der Lehrling, blieb unten)
In der Mitte der Everest
Der berühmte Eisfall, soweit ich weiss der technisch schwierigste Teil der Everest-Bezwingung
Gesamt-Gruppenfoto
Vor dem Abstieg noch ein letztes Foto vom höchsten Berg der Welt

Wir konnten uns kaum vom Gipfel lösen, die wärmende Sonne und die grandiose Aussicht auf Mount Everest, Nuptse, Pumori und viele andere waren zu traumhaft. Doch wir hatten heute ja noch einen weiten Weg vor uns. Und so stiegen wir nach einer guten halben Stunde hinunter nach Gorak Shep.

Tja, alles Schöne hat einmal ein Ende, und so machen wir uns halt wieder auf den Rückweg
Gorak Shep ist wieder in Sichtweite
Znünipause in unserer Unterkunft, welche später den Namen „verdammts hüera Dräcksloch“ erhielt (muss walliserdeutsch ausgesprochen werden 🙂 )

Zurück in der Lodge stärkten wir uns für den weiteren Weg bis nach Dingboche. Kurz nach 10 Uhr begann unsere Reise, um kurz danach bereits wieder eingebremst zu werden. Schwerverkehr war ebenfalls in unsere Richtung unterwegs. Und der Weg über die Geröllhalden nicht gerade förderlich, um Tempo zu bolzen.

Wir verlassen das „Ende der Welt“
Die Karavane zieht Richtung Süden
Viel Schwerverkehr unterwegs, der uns…
…hin und wieder ein wenig ausbremste
So bestand wenigstens nicht Gefahr, dass wir unsere Kräfte zu sehr in Anspruch nahmen
Die erste geplante Rast unterwegs

Nachdem wir die Geröllhalden hinter uns hatten, konnten wir unsere Reisegeschwindigkeit merklich erhöhen. Die Wege wurden breiter und ebener, die Hindernisse weniger und der Sauerstoffgehalt höher und höher. Lobuche, wo wir gestern noch Mittagsrast machten, durchquerten wir zügigen Schrittes. Wir nützten den guten Lauf und schauten, dass wir vorwärts kamen.

Lobuche Heliport
Heute machen wir hier im Gegensatz zu den Yaks keinen Zwischenstopp
Zügigen Schrittes unterwegs
„Angriff“ von beiden Seiten
Die Gedenkstätte für viele tote Bergsteiger
Wenigstens haben sie von hier einen schönen Ausblick auf die Ama Dablam
Wir erreichen Thukla, wo es was zu Futtern gibt

Nach einer stündigen Mittagspause in Thukla zeigte die Uhr 15.30, als wir unsere Lodge in Dingboche erreichten. Direkt vor uns erhebt sich die Ama Dablam, und auch den Island Peak haben wir ein erstes Mal zu Gesicht bekommen.

Gleich neben unserem Restaurant gibt’s auch noch…
…eine Bäckerei; ob ich mich zurückhalten kann?
Überall sind Zeichen der Schweiz zu entdecken
Nach dem Essen folgt die gemütliche Wanderung entlang eines Höhenweges
Immer in Richtung Ama Dablam
Unser Konvoi ist mit Highspeed unterwegs
Auch Sonam ist seit Gorak Shep wieder unter uns
Unten sehen wir Pheriche, welches wir jedoch bypassen
Das hier hingegen ist ein Teil von Dingboche, uns somit „unser“ Dorf
Hinten sehen wir erstmals während unserer Tour das grosse Ziel, den Island Peak
Ein Panorama vom Dorf Dingboche und Umgebung, in der Mitte thront stolz die Ama Dablam
Unsere Lodge ist erreicht, und was dürfen wir jeweils als erstes tun…?
Genau! Speisekarte studieren…
Der Chrämerladen in unserer Lodge bietet reichlich Auswahl

Morgen haben wir einen gemütlichen Start. Wir dürfen bis 8 Uhr ausschlafen. Ob ich’s aber so lange im Schlafsack aushalte, bezweifle ich mal stark…

Tagesfakten Teil 1: 4,5km, 2h50min, 460 Aufstieg, 460m Abstieg
Tagesfakten Teil 2: 13,2km, 4h5min, 145m Aufstieg, 915m Abstieg

Weiter mit Tag 13

2 Kommentar

  1. Tolle Leistung,super Bilder und Kommentare!Macht Spass das zu verfolgen!Gruß an die Walliser!!!

  2. Hallo zäme, bei euch ist es zwar gleichmässig kalt, aber für solche Fälle seid ihr ja wintertauglich ausgerüstet. Bei uns sind nach dem Wintereinbruch auch Mützen und Handschuhe gefragt. Schnee gab es in der ganzen Schweiz und die gegenüberliegenden Juraweiden sind ebenfalls schneebedeckt. Ihr habt nun eines eurer Höhenziele geschafft und ich glaubte der Kala-Pattar sei schon das höchste eurer Gefühle, das Gipfelfoto sieht ganz so aus! Aber es geht ja noch weiter, mal schauen wie weit die Kondition und die Puste ausreichen. Ich wünsche euch jedenfalls weiterhin tolle Highlights mit eurem Team.
    Liebe Grüsse – Anni

Ich freue mich über euer Feedback, Aufmunterungen und Lob! :-)

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