Christmas Trainspotting, Day 7

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So, nach dem Monsterbeitrag von gestern wird's heute etwas weniger. Das schaut sich ja eh niemand mehr an, ausser vielleicht ein paar der ganz gestörten Eisenbahnfans…

Tagwach war früh. Ungewollt. Aber um 4 Uhr in der Früh war fertig mit Schlafen. Handelt sich wahrscheinlich um senile Bettflucht, scheinbar ein verbreitetes Problem bei Leuten in meinem hohen Alter. Nun gut, dachte ich mir, machst halt Planänderung. So bin ich dann bald einmal losgefahren, draussen wiederum wie schon gestern die Temperaturen um den Gefrierpunkt rum. Störte mich aber heute nicht, denn die ersten zwei Stunden verbrachte ich eh mit Autofahren. Und im Auto drin ist's schliesslich schön warm. Nach 160 Meilen erreichte ich meinen ersten Foto-Spot des Tages. Dieser liegt in Ludlow CA, zwischen Needles und Barstow. Der Bahnübergang dort eignet sich bestens für Morgenaufnahmen, aber ich wollte noch was Spezielles probieren. Einen Distanzschuss quasi. So hab ich am Übergang selber nur den Sonnenaufgang eingefangen und hab mich danach noch rund zwei Meilen verschoben.

Die Sonne kündigt sich an
Das mit Fisheye-Objektiv muss ich noch etwas üben
Sonnenaufgang Nummer sechs
Sogar Krater kann man erkennen
Bereit für den Distanzschuss
Das Ergebnis
Überbleibsel aus früheren Zeiten

Als nächster Programmpunkt folgte etwas höchst Ungewöhnliches während diesen Ferien. Ein kultureller Höhepunkt sozusagen. Ich will nämlich hier drüben noch zwei Filme schauen, die bei uns erst später anlaufen. Heute also der erste, höchst anspruchsvolle Film mit dem Titel „Anchorman 2″. Teil 1 kennt wohl kaum jemand, denn der Humor vom Hauptdarsteller namens Will Ferrell ist eher speziell. Aber ganz meine Linie. Von mir gibt's 3 von 5 Sternen.

Nach der kulturellen Weiterbildung war schon wieder langsam Zeit, in die Nähe eines Bahngleises zu kommen. Hatte Entzugserscheinungen. Was macht im Wort „Entzug“ eigentlich das Wort Zug? Egal, zu meiner Sitution passt's ja perfekt. Ziel für heute nachmittag/abend war der Hill 582, der bei mir einfach immer dazugehört, wenn ich im Südwesten der USA bin. Und im Gegensatz zum letzten Mai, als ich mit einem Nicht-Eisenbahnfan hier war, lief wie gewohnt viel. Da ich aber von hier schon jede Menge Fotos habe, beschränkte ich mich auf's Geniessen der Sonne… und natürlich die röhrenden, stampfenden Motoren der Dieselloks, die ihre bis zu 1,5 km langen Züge über den Cajon-Pass schleppen. Nach Einbrechen der Nacht versuchte ich mich erneut mit Langzeit-Aufnahmen. Was ich dabei unterschätzte, war die Lichtverschmutzung vom Grossraum Los Angeles. Hat trotzdem einigermassen funktioniert, wobei das gewünschte Ergebnis ausblieb (Züge auf min. 3 der 4 Geleise). Aber länger üben wollte ich nicht mehr, denn die Temperaturen näherten sich wieder der Nullgrad-Grenze…

Mein Mekka
Die Gelben von Union Pacific sind zurück
Sonnenuntergang wie bei uns zuhause, nämlich immer hinter irgendeinem Berg

1. Versuch während der Dämmerung
Die Lichtverschmutzung im Grossraum LA mach den Sternenhimmel kaputt

Nun bin ich ziemlich durchfroren im Hotel angekommen. Musste mich noch durch den Stau in Victorville kämpfen. Stau war während den letzten 6 Tagen ein Fremdwort, insbesondere wenn ich an heute morgen denke. Da nämlich war ich und ein paar Trucker die einzigen, die sich die Autobahn teilen mussten. Leere Strassen werden jedoch auch morgen die Ausnahme sein, denn es geht nach Los Angeles. Bis dahin nehm ich noch ein Nickerchen…

 

Ich freue mich über euer Feedback, Aufmunterungen und Lob! :-)

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